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Deckeinsatz:
1953 Beverstedt, 1954-1955 Langen, 1956-1959 Reserve in Celle, 1960
Hänigsen, 1961 Wilstedt, 1962-1977 Hänigsen, 1978
Amselhof Walle, 1978 getötet
gekörte
Söhne: Goldberg, Gold Dollar, Graf Gotthard Z,
Goldfinger, Gottschalk, Gottlob, Geronimo, Goldcup, Goldan, Goya,
Gajus, Goldpilz, Goldstern, Greenhorn, Gottwalt, Goldstein, Gottward,
Gepard, Gardestern I + II, Gardehusar, Gardekürassier,
Gardeulan I + II, Gardeoffizier, Gotha, Golden Miller, Godehard,
Genius, Genever, Gin Tonic, Gold Ferdl, Goldlöwe,
Goldschläger Z, Gottram
Als
Gotthard 1951 gekört wurde, wirkte er knapprahmig,
unbedeutend und gedrungen. Als reiferer Hengst war er eine echte
Persönlichkeit: großlinig, bedeutend, ausdrucksvoll
in jeder Hinsicht. Doch anfangs brachten die Züchter dem
"häßlichen Entlein" nur wenig Sympathien entgegen.
In Hänigsen erlebte der Schimmel den oft zitierten
kometenhaften Aufstieg "vom Tellerwäscher zum
Millionär". Gotthard deckte zunächst "quer durch den
Garten" von Mutter Natur: Kaltblüter und Norweger waren auch
unter seinen Partnerinnen. Dennoch ging die Saat auf: Sein erstes
großes Spitzenpferd war Gerd Wiltfangs Goldika 3, die einer
Mecklenburger Stute ohne Papiere entstammte. Mit Gonzales 3/Lutz
Merkel, Galipolis/Gerd Wiltfang, Gonzales 18/Georg Ahlmann, Queensway
Big Q/Harvey Smith, Goldfink 10/Gary Gillespie, Golden Gate 4/Otto
Becker, Graf Sieno/Ulrich Meyer zu Bexten, Genius 2 und Goya 12/beide
Fritz Ligges, Girl 2/Bernd Kuwertz, Gerry 2/Jürgen Ernst usw.
folgten zahlreiche weitere, deren Erfolge die Deckstation
Hänigsen zum Wallfahrtsort werden ließen.
Gekörte
Söhne hat er erst sehr spät
geliefert. In punkto Körung ließen die Kommissionen
gerne mal die berühmten "Fünfe gerade sein", eben nur
weil es ein "Gotthard" war, der da um ihre Gunst anhielt. So sind denn
aus den letzten Jahrgängen, vermutlich aus reiner
"Torschlußpanik", auch viel zu viele Gotthard-Söhne
gekört worden, denn etliche von ihnen waren zwar Hengste vom
Geschlecht her, aber keine Vererber im eigentlichen Sinne. Sein erster
und vermutlich auch bester Hengstnachkomme war der Schimmel Goldberg,
der in Westfalen deckte und bereits nach vier Deckjahren einging. In
dieser Zeit zeugte er mehrere Springpferde von Weltformat. Von den
Hengstsöhnen, die in Gotthards Heimat-Zuchtgebiet zum Einsatz
kamen, nahm gewiß Gardestern I den größten
Einfluß. Als stark frequentierte Privathengste mit Standort
in Oldenburg gelang Goldpilz, Goldstern und Godehard Beachtliches.
Dressurmäßigen Belastungen entsagten die
Gotthard-Nachkommen meist völlig. Vielen war eine gewisse
Steifheit eigen, die sie nicht unbedingt für den Viereckssport
prädestinierte. Gotthard befruchtete in seiner letzten
Decksaison 1977 nicht mehr, sollte aber 1978 auf dem Amselhof Walle in
ruhiger Atmosphäre sein Altenteil genießen. Auch die
wenigen hier nochmals durchgeführten Bedeckungen blieben
erfolglos. Im hohen Alter von 29 Jahren erlöste ihn eine
gnädige Kugel von seinen Altersbeschwerden. Im Nachhinein
betrachtet ist man mit Gotthards Erbgut vielleicht nicht geschickt
genug umgegangen. Die Erkenntnis, daß er selbst
blutgeprägte Partnerinnen brauchte, kam zwar irgendwann, hielt
aber nur eine Generation vor. Statt seine Töchter wieder an
blutgeprägte Hengste zu paaren, waren es oft wertvoll auf
Springleistung gezogene, aber wuchtige kalibrige "Kameraden" ohne Nerv
und genügend sportliche Einstellung, die man ihnen als Partner
zumaß. Den gewünschten Erfolg haben diese Paarungen
nicht gebracht.
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