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Gotthard

31-03838-49
Schi. H., geb. 1949, Stm. 166 cm
Züchter: Richard Kords, Achthöfen, Kr. Hadeln



Ampa


Ameline



Amateur I


Stute v.

Altlobitz
 

Alcansa

Amulett





Fortissimo II

Althof

Alcantara

Amurath I ox

Goldfisch II


Flugamme



Goldammer II


Amacosa

Flugfeuer I

Antille

Goldschläger (Meckl.)





Ammer

Fling

Alderman I

Paris

Deckeinsatz: 1953 Beverstedt, 1954-1955 Langen, 1956-1959 Reserve in Celle, 1960 Hänigsen, 1961 Wilstedt, 1962-1977 Hänigsen, 1978 Amselhof Walle, 1978 getötet

gekörte Söhne: Goldberg, Gold Dollar, Graf Gotthard Z, Goldfinger, Gottschalk, Gottlob, Geronimo, Goldcup, Goldan, Goya, Gajus, Goldpilz, Goldstern, Greenhorn, Gottwalt, Goldstein, Gottward, Gepard, Gardestern I + II, Gardehusar, Gardekürassier, Gardeulan I + II, Gardeoffizier, Gotha, Golden Miller, Godehard, Genius, Genever, Gin Tonic, Gold Ferdl, Goldlöwe, Goldschläger Z, Gottram

Als Gotthard 1951 gekört wurde, wirkte er knapprahmig, unbedeutend und gedrungen. Als reiferer Hengst war er eine echte Persönlichkeit: großlinig, bedeutend, ausdrucksvoll in jeder Hinsicht. Doch anfangs brachten die Züchter dem "häßlichen Entlein" nur wenig Sympathien entgegen. In Hänigsen erlebte der Schimmel den oft zitierten kometenhaften Aufstieg "vom Tellerwäscher zum Millionär". Gotthard deckte zunächst "quer durch den Garten" von Mutter Natur: Kaltblüter und Norweger waren auch unter seinen Partnerinnen. Dennoch ging die Saat auf: Sein erstes großes Spitzenpferd war Gerd Wiltfangs Goldika 3, die einer Mecklenburger Stute ohne Papiere entstammte. Mit Gonzales 3/Lutz Merkel, Galipolis/Gerd Wiltfang, Gonzales 18/Georg Ahlmann, Queensway Big Q/Harvey Smith, Goldfink 10/Gary Gillespie, Golden Gate 4/Otto Becker, Graf Sieno/Ulrich Meyer zu Bexten, Genius 2 und Goya 12/beide Fritz Ligges, Girl 2/Bernd Kuwertz, Gerry 2/Jürgen Ernst usw. folgten zahlreiche weitere, deren Erfolge die Deckstation Hänigsen zum Wallfahrtsort werden ließen.

Gekörte Söhne hat er erst sehr spät geliefert. In punkto Körung ließen die Kommissionen gerne mal die berühmten "Fünfe gerade sein", eben nur weil es ein "Gotthard" war, der da um ihre Gunst anhielt. So sind denn aus den letzten Jahrgängen, vermutlich aus reiner "Torschlußpanik", auch viel zu viele Gotthard-Söhne gekört worden, denn etliche von ihnen waren zwar Hengste vom Geschlecht her, aber keine Vererber im eigentlichen Sinne. Sein erster und vermutlich auch bester Hengstnachkomme war der Schimmel Goldberg, der in Westfalen deckte und bereits nach vier Deckjahren einging. In dieser Zeit zeugte er mehrere Springpferde von Weltformat. Von den Hengstsöhnen, die in Gotthards Heimat-Zuchtgebiet zum Einsatz kamen, nahm gewiß Gardestern I den größten Einfluß. Als stark frequentierte Privathengste mit Standort in Oldenburg gelang Goldpilz, Goldstern und Godehard Beachtliches. Dressurmäßigen Belastungen entsagten die Gotthard-Nachkommen meist völlig. Vielen war eine gewisse Steifheit eigen, die sie nicht unbedingt für den Viereckssport prädestinierte. Gotthard befruchtete in seiner letzten Decksaison 1977 nicht mehr, sollte aber 1978 auf dem Amselhof Walle in ruhiger Atmosphäre sein Altenteil genießen. Auch die wenigen hier nochmals durchgeführten Bedeckungen blieben erfolglos. Im hohen Alter von 29 Jahren erlöste ihn eine gnädige Kugel von seinen Altersbeschwerden. Im Nachhinein betrachtet ist man mit Gotthards Erbgut vielleicht nicht geschickt genug umgegangen. Die Erkenntnis, daß er selbst blutgeprägte Partnerinnen brauchte, kam zwar irgendwann, hielt aber nur eine Generation vor. Statt seine Töchter wieder an blutgeprägte Hengste zu paaren, waren es oft wertvoll auf Springleistung gezogene, aber wuchtige kalibrige "Kameraden" ohne Nerv und genügend sportliche Einstellung, die man ihnen als Partner zumaß. Den gewünschten Erfolg haben diese Paarungen nicht gebracht.
 

GOLDFISCH II  Goldfisch 2